Marvel-Mittwoch: Doctor Aphra #40

Mit Doctor Aphra #40: Night As Day endet heute nun auch diese Marvel-Reihe. Ein Fan-Liebling übergibt den Staffelstab an neue, andere Reihen.

Achtung: Wie immer besprechen wir im Marvel-Mittwoch die Handlung der Comics, sodass sowohl der Beitrag als auch die Kommentare Spoiler enthalten können.

Der Inhalt

Doctor Aphra #40 (31.01.2024)
Doctor Aphra #40 (31.01.2024)

Aphra setzt ihren Plan, zugleich Lady Tagges Forschungsraumschiff bis auf die atomare Ebene zu zerstören und gleichzeitig ihrem alten Leben zu entkommen, planmäßig um. Als sie danach außerhalb der Rettungskapsel wieder zu Bewusstsein kommt, rechtfertigt sie ihre Entscheidung in einem inneren Monolog und bricht gleichzeitig zu den Ruinen auf, um dort – frei von ihren früheren Verpflichtungen – ihr ursprüngliches Leben, ehe es alles so kompliziert wurde, wieder aufzunehmen. Sana aber mag sich nicht mit dem Verlust ihrer Freundin abfinden und entscheidet sich, ihrem Gefühl zu folgen, obwohl ihr Verstand und auch Lady Tagge ihr sagen, dass Aphra dies nicht überlebt haben kann.

Aphras Gedanken springen zwischen dem, was sie gerade beim Erforschen der Ruine entdeckt und den dramatischen Augenblicken der letzten Tage hin und her, während sie sich und der nicht anwesenden Sana immer noch zu erklären versucht, warum sie sich von allem und allen trennen musste und warum dies richtig war.

Sana verbringt derweil ihre Zeit mit Magna, die ihr befiehlt, sie zurückzulassen und Aphra zu suchen. Diese ist derweil auf ein altes Buch gestoßen, vermutlich voller Jedi-Weisheiten, die sie aber nicht lesen kann. Und obwohl sie sich bis eben zu rechtfertigen versuchte, warum die Trennung von Sana und Magna richtig und notwendig war, will sie nun doch nur eines, ihr Glück und ihre Freude mit eben diesen teilen, nur sind sie nicht da. Ja, sie macht ihnen nun Vorwürfe, dass sie sie dazu gebracht haben, etwas für sie zu empfinden und sich daher um ihre Zukunft zu sorgen und so einen Teil ihrer früheren Freiheit verloren hat. Auch wenn sie deshalb Sana mit den Worten „I hate you, Sana Starros“ begrüßt, ist sie doch überglücklich, wieder mit ihr zusammen zu sein und zu erkennen, dass der Verlust an vermeintlicher Freiheit durch etwas Wichtigeres, Wertvolleres aufgewogen wurde. Und so bietet sie, kaum sind alle drei wieder vereint und etwas zur Ruhe gekommen, ein wildes Leben als Abenteurer an. Ein Leben, welches auch für Just Lucky und Ariole verlockend scheint, denn sie schließen sich den drei an und zu fünft stürzen sie sich in vollen Zügen in ihren neuen Lebensabschnitt voller Abenteuer und Gefahren, die schon auf sie warten, denn natürlich ist dem Rest der Welt nicht verborgen geblieben, dass Chelli Lona Aphra irgendwie mal wieder doch überlebt hat und kein Deut leiser oder weiser geworden ist.

Die Umsetzung

Das Finale dieser Reihe passt irgendwie zu Aphra und doch auch wieder nicht; und somit reflektiert es irgendwie perfekt eben jene Figur, die sehr sympathisch, aber auch sehr schräg sein kann. Etwas, was durchaus rar ist in den heutigen Hochglanz-Zeiten. Nachdem Aphra mit ihren Freundinnen Sana und Magna durch so viele Wirrungen und Dramen gegangen ist, wollte ihr Alyssa Wong erkennbar auch mal eine glückliche Zeit schenken. Insofern ist das Happy End zum Schluss dieser bewegten Reihe durchaus verdient.

Der Reiz dieser Reihe lag auch darin, dass sie trotz allem so überhaupt nicht eine typische Star Wars-Story war, gleichzeitig aber blindlings und manchmal ohne Rücksicht auf Verluste und mit höchst eigener Perspektive um all das herumtanzen durfte, was Star Wars sonst doch immer ausmacht. Aphra – eine Macht, der sich keiner entziehen konnte und die auch keiner gebändigt bekommen hat, weder Darth Vader noch irgendwelche antiken Machtgeister. Eine Figur, die immer sehr sie selbst und damit unperfekt sein durfte, einschließlich allem, was Star Wars-Figuren sonst nicht sein dürfen. Eine Figur, die viele der Leser*innen tief in ihrem Inneren gerne einmal wären, aber natürlich den Preis dafür nicht zahlen wollen würden.

So bleibt uns nur Alyssa Wong Dank zu sagen, für den wilden Ritt, auf dem wir Aphra die letzten 40 Hefte lang begleiten durften. Und gespannt zu bleiben, wann und wo wir wieder von Aphra und ihrer Gang hören und lesen werden.

Fazit

Das Team aus Alyssa Wong (Texte), Minkyu Jung (Zeichnungen) und Rachelle Rosenberg (Kolorierungen) hat es noch ein letztes Mal geschafft, die perfekt unperfekten Wirrungen der Chelli Lona Aphra und ihren Freund*innen abzuliefern und das Tor zu neuen Geschichten weit zu öffnen, wer immer auch den Erzählstab von hier an übernehmen mag.


Am nächsten Mittwoch startet mit Mace Windu #1 eine neue Mini-Reihe, zudem wird mit Obi-Wan Kenobi #5 die Comic-Adaption der Disney+-Streaming-Serie fortgesetzt.

Wir bedanken uns bei Marvel für die Bereitstellung der digitalen Vorab-Exemplare, ohne die unser Marvel-Mittwoch nicht möglich wäre.

Ein Kommentar

Schreibe einen Kommentar